Während alle Welt gespannt den Wettlauf um einen Sars-CoV-2-Impfstoff bzw. -präparat verfolgt, profitiert ein weiterer Healthcare-Bereich massiv von der Pandemie: Die TELEMEDIZIN! Immer häufiger bieten Ärzte nun Videosprechstunden an, die Patienten lernen den Wegfall von Anfahrtsweg und lästigen Wartezeiten zu schätzen. Allein in Deutschland nutzten laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zuletzt 25.000 Arztpraxen die Möglichkeit der Videosprechstunde, was rund einem Viertel aller Arztpraxen entspricht. Innerhalb weniger Wochen hat sich diese Zahl damit um 1.370% vervielfacht, nachdem Ende Februar dieses Jahres gerade einmal 1.700 Praxen diese Option angeboten haben. Hintergrund ist der vorübergehende Wegfall der Beschränkung, wonach Ärzte nur 20% ihrer Behandlungen als Videosprechstunden abrechnen dürfen. Was hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt, ist in den USA bereits etabliert und hat durch Corona nochmals einen Schub erhalten: Branchenriese TELADOC, die als SaaS-Anbieter den Ärzten die notwendige Software-Plattform zur Verfügung stellt, meldete für die vergangenen Wochen eine deutliche Zunahme der Video-Sprechstunden von täglich 15.000 Besuchern in der zweiten März-Woche auf täglich 20.000 Patienten Anfang April. Kein Wunder, dass die Plattform ihre Umsätze in den ersten drei Monaten um über 40% auf USD 181 Mio., das Ebitda gar um 755% auf USD 11.4 Mio. steigern konnte. Der Aktienkurs der Gesellschaft hat sich in den vergangenen viereinhalb Jahren von USD 10 auf zuletzt fast USD 200 verzwanzigfacht, die Bewertung mit dem 15-fachen Umsatz ist in Grenzbereiche vorgedrungen. Die günstigere und deutlich spannendere Alternative:

 

CLOUDMD SOFTWARE ist das kanadische Pendant zu TELADOC! Wie das amerikanische Vorbild stellen auch die Kanadier ihren Kunden eine Softwareplattform zur Verfügung, über die Ärzte die Videosprechstunden anbieten und verwalten können. Natürlich ist der Markt in Kanada um einiges kleiner als in den USA, dafür steht CLOUDMD aber auch noch ganz am Anfang einer möglichen Wachstumsstory und ist längst noch nicht so hoch bewertet. Bislang haben sich bereits mehr als 100.000 Patienten für die App registriert, 3.000 Ärzte in acht kanadischen Provinzen bieten derzeit über die Plattform ihren medizinischen Rat an. Dabei rechnet das Unternehmen 100% der Behandlungskosten ab, behält selbst einen 30%-Anteil und leitet 70% der Erlöse an die behandelnden Ärzte weiter. Da das extrem skalierbar ist, bekommen die Unternehmen vom Markt eine hohe Wachstumsprämie zugebilligt. Im Schnitt wird die Peer-Group mit einem Kurs-Umsatz-Vielfachen zwischen 5 und 7 bewertet, TELADOC legte für die Übernahme des Mitbewerbers InTouch den 7.5-fachen Umsatz auf den Tisch und wird wie gesagt selbst mit einem KUV von 15 bewertet. Da scheint CLOUDMD mit einem KUV von 2.5 bislang noch recht günstig bewertet. Auf einem Niveau von CAD 0.70 hat die Gesellschaft zuletzt eine „Bought-Deal-Finanzierung“ gemeldet, knapp darüber können sich spekulativ orientierte Anleger nun eine Position der Gesellschaft mit dem einprägsamen Börsenkürzel DOC sichern! (WKN A2P0YR, Kurs aktuell EUR 0.50, Reuters DOC)

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