Stellen Sie sich vor, Sie haben das beste Rohstoff-Explorations-Projekt der Welt – und keinen interessiert’s! Die Rede ist vom Shymaniyske Eisenerz-Projekt im Süden der Ukraine, das bereits im Jahr 2013 vom angesehenen, unabhängigen Beratungsinstitut Wood Mackenzie als „Highest return unfinanced greenfield project in the world“ bezeichnet wurde. Die Explorationsrechte hatte sich zuvor die kanadische Gesellschaft BLACK IRON geschnappt, die vor zehn Jahren zu CAD 1,40 an die Aktienbörse in Toronto ging, um das Projekt zu realisieren. Eine erste vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) sah die Produktion von 9,9 Mio. Tonnen Eisenerz pro Jahr vor. Im Jahr 2013 vermeldete BLACK IRON eine Finanzierungszusage über USD 511 Mio. von Metinvest, dem neuntgrößten Eisenerzproduzenten der Welt. Dann brach der Krieg im Osten der Ukraine aus, die Eisenerzpreise stürzten auf USD 40/Tonne, zwei Großaktionäre warfen ihre Stücke auf den Markt und auch Metinvest zog sich in diesem Umfeld von diesem Projekt zurück. Der Kurs der BLACK IRON-Aktie stürzte von CAD 1,40 auf CAD 0,02, das ursprüngliche Management warf das Handtuch. Als die Nacht am finstersten war, folgte der Reboot:

Mit einem komplett neuen, erfahrenen und exzellenten Management im Cockpit nahm BLACK IRON einen zweiten Anlauf, um den gigantischen Eisenerz-Schatz nun endgültig zu heben! Im September 2020 schloss man eine optimierte Wirtschaftlichkeitsstudie ab, die die Entwicklung von Shymanivske in zwei Phasen aufteilte: Die erste Phase sieht die Produktion von 4 Mio. Tonnen Eisenerz vor, fünf Jahre später soll die zweite Phase mit einer Produktion von weiteren 4 Mio. starten. Um die erste Phase in Produktion zu bringen, wird der neuen PEA zufolge ein Kapital von USD 452 Mio. benötigt, der Start der zweiten Phase (Kosten USD 364 Mio.) würde sich demnach aus dem internen Cash-Flow finanzieren lassen. Das bedeutet: Ging die erste Wirtschaftlichkeitsstudie noch von einem Kapitalbedarf von über einer Milliarde US-Dollar aus, lässt sich das Projekt dank Optimierungen (und eines Preisverfalls der Landeswährung Hrwinia) nun rund zwei Drittel günstiger realisieren. In der nebenstehenden Grafik sehen Sie die wichtigsten Punkte der aktualisierten PEA: Sie sind schlichtweg der Hammer! So liegen die Produktionskosten bei USD 33/Tonne. Damit würde BLACK IRON zu den günstigsten Kosten weltweit produzieren. Nochmals zur Erinnerung: Die aktuellen Marktpreise für Eisenerz liegen bei knapp USD 170! Bei der PEA im vergangenen September wurde ein extrem konservativer Eisenerzpreis von USD 97/Tonne angenommen. Und auch unter dieser defensiven Annahme ergibt sich ein aktueller, diskontierter Projektwert von USD 1,4 Mrd. nach Steuern. Der durchschnittliche jährliche Cash-Flow über die gesamte Betriebslaufzeit von 17 Jahren liegt demnach bei USD 301 Mio. nach Steuern. Dem steht ein aktueller Börsenwert von umgerechnet USD 100 Mio. für BLACK IRON gegenüber. Das ist lächerlich – was auch die Analysten so sehen:

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„This is the most exciting iron ore development project available in the world today“, schreibt das Investmenthaus Fox Davis anlässlich der Aufnahme des Coverages Mitte März! Die Analysten hoben in ihrer Studie auch die staatliche Unterstützung (bis hinauf zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj) sowie das erfahrene Management hervor. Letzteres besteht vornehmlich aus dem CEO Matt Simpson, früherer General Manager für Rio Tintos Eisenerzaktivitäten in Kanada, Präsident Michael Spektor, früherer CEO von VS Energy, dem größten Versorger der Ukraine. Im Board sind mit Nikolay Bayrak auch der frühere ukrainische Ministerpräsident, mit Bruche Humphrey der frühere Chairman des Milliarden-Unternehmens Consolidated Thompson und eine ganze Reihe weiterer Hochkaräter. Sie alle haben sich zusammengefunden, um aus einem schuldenfreien Unternehmen einen neuen Eisenerz-Giganten zu schaffen. Fox Davis errechnet für BLACK IRON einen Wert zwischen USD 182 und USD 316 Mio., was dem 1,8- bis 3,2-Fachen der aktuellen Börsenbewertung entsprechen würde. Allerdings nach 90% Discount für „financing and construction risk“. Dieser Discount könnte allerdings bald wegfallen: CEO Matt Simpson hat vor wenigen Tagen angekündigt, dass man sich in finalen Verhandlungen mit milliardenschweren, internationalen Rohstoffkonzernen befindet, die sowohl Finanzierungs- als auch Off-Take-Angebote abgegeben haben. Im Jahr 2013 waren die Ukraine und Russland noch beste Freunde. Man kann davon ausgehen, dass sich diese Liebe inzwischen abgekühlt hat und vor allem westliche Rohstoffkonzerne sich um dieses Traumprojekt buhlen. Der Gewinner der Bietungsrunden soll laut CEO Simpson „in den nächsten Wochen“ verkündet werden. Dann gibt es keinen Grund mehr für den 90%igen Bewertungsabschlag und der faire Wert der BLACK IRON-Aktie würde sich vom 1,8- bis 3,2-Fachen auf das 18- bis 32-Fache erhöhen: Wer hier immer noch nicht dabei ist, sollte sich beeilen – die Bombe könnte jeden Tag hochgehen! (EUR 0,31, WKN A1H8W5, Reuters BKI)  Übrigens: Wie extrem BLACK IRON unterbewertet ist, zeigt auch der nachfolgende Vergleich mit de ebenfalls in der Ukraine tätigen Eisenerzproduzenten Ferrexpo, eine Gesellschaft, die an der Londoner Börse mit über USD 2 Mrd. bewertet wird, dem 20-Fachen von BLACK IRON:

 

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