2019 war für mich UBER der „Short Trade des Jahres“, heute gehe ich in der Aktie long und stufe sie als Top-Favoriten für das laufende Jahr ein – was für ein Stimmungswandel! Aber Sie können davon ausgehen, dass es gute Gründe gibt, wenn ich meine Meinung um 180 Grad drehe. Und vergessen Sie nicht: UBER TECHNOLOGIES war im April vergangenen Jahres zu USD 45 an den Markt gegangen, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft seit der Gründung bereits Verluste in Höhe von USD 14 Mrd. angehäuft hatte. Bis Ende dieses Jahres sollten sich die Verluste auf USD 22 Mrd. summieren, ohne dass überhaupt klar war, ob das Geschäftsmodell von UBER jemals profitabel sein dürfte. Entsprechend habe ich nur auf den Börsengang gewartet, um hier short zu gehen. Und in der Tat: Von einer kurzen Zwischenepisode abgesehen, wurde der IPO-Kurs von USD 45 nicht mehr erreicht: Die UBER-Notierung sackte bis auf ein Tief von USD 25 ab. Bei Kursen unter USD 30 zog ich mich mit dreistelligen Gewinnen von meiner Short-Position zurück. Seither bin ich neutral. Nicht das schlechteste Timing: Seit den im vergangenen November gesehenen Tiefs hat sich die UBER-Aktie wieder kontinuierlich auf USD 40 befestigt. Und nicht nur das: Im vergangenen Jahr gab es eine ganze Reihe von Analysten, die vor UBER warnten. „UBER’s Valuation makes no Sense“, schrieben damals beispielsweise die Analysten von New Constructs. Forbes titelte zum seinerzeitigen IPO „UBER’s Nightmare has just begun“. Und heute?

 

Von sage und schreibe 42 Investmenthäusern, die UBER TECHNOLOGIES covern, gibt es nicht eine einzige „sell“ oder „underperform“-Einstufung mehr! 31 Analysten stufen die Aktie mittlerweile mit „buy“ oder „outperform“ ein, 11 mit „hold“. Das sind Werte, wie es sie ansonsten Top-Aktien wie Apple, Facebook oder Microsoft verzeichnen. Kommen wir nochmals zum Hintergrund zurück: Fakt ist, dass UBER die klare Nr. 1 im Bereich Fahrdienstleistungen ist und mit seinem disruptiven Geschäftsmodell auf einen 5.7 Billionen US-Dollar schweren Markt des Personentransports zielt. Nimmt man noch den Bereich Essenslieferung und Fracht- und Logistik-Lieferungen hinzu, erhöht sich das globale Marktvolumen laut den Analysten von Wedbush Securities auf USD 7 bis 8 Billionen Dollar. Auch in diesen Bereichen ist UBER mit „Uber Eats“ und „Uber Freight“ aktiv. Die Analysten sind zunehmend der Meinung, dass UBER diesen Mega-Markt ähnlich revolutionieren könnte, wie Amazon vor zwanzig Jahren den Einzelhandelsmarkt, der damals quasi ausschließlich durch den stationären Einzelhandel geprägt war. Und auch UBER selbst vergleicht sich gerne mit Amazon, deren Aktie in den letzten zwanzig Jahren von splitbereinigten USD 1 auf über USD 2.000 gestiegen ist und die heute mit mehr als einer Billion USD bewertet wird. UBER wird derzeit am Markt mit USD 70 Mrd. bewertet. Könnte sich auch diese Bewertung langfristig verzehnfachen? Nun, die entscheidende Frage ist, wann die Gesellschaft endlich profitabel wird. Und jetzt kommt’s:

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Bei der jüngsten Vorlage der Quartalsergebnisse wurde zwar – wie bisher noch immer in der Unternehmenshistorie – ein Minus von gut einer Milliarde US-Dollar gemeldet, aber das war den Analysten völlig gleichgültig! Zum einen fiel das Minus geringer aus als erwartet, zum anderen stellte UBER-CEO Dara Khosrowshahi für das 4. Quartal diesen Jahres erstmals schwarze Zahlen in Aussicht! Das wäre ein volles Jahr früher als Analysten erwartet haben. Das ändert alles: „UBER has the DNA to become a game changing consumer distribution ecosystem over the coming years“, jubelt Wedbush Securities, die die Aktie neu auf ihre „Best Ideas List“ nimmt, nicht ohne zuvor das Kursziel von USD 45 auf USD 50 anzuheben. „Multiple Roads to Unlock UBER Value“, titelt die UBS ihre Studie, mit der sie am 28. Januar das Coverage von UBER aufgenommen hat und dabei ein Kursziel von USD 56, im Best Case gar von USD 78 ausgibt. „UBER remains one of our favourite stocks in 2020“, schwärmt die Deutsche Bank und nennt ein Kursziel von USD 56. RBC Capitals stufte UBER in der letzten Woche erst als Top-Pick im Internetsektor ein und schlägt vor, den Titel in den FANG-Korb aufzunehmen und die Gruppe um Facebook, Amazon, Netflix und Google um UBER zu ergänzen. Aus dem FANG-Korb könnte dann FANGU werden. RBC gibt dabei ein Kursziel von USD 59 aus. Bedeutet:

Im Vergleich zum aktuellen Kurs von USD 40 geht es hier um 50 Prozent Potenzial! Und das muss noch nicht das Ende sein. Mich beeindruckt das Wachstum von 40 Prozent im vergangenen Jahr, aber natürlich in erster Linie die so schnell bevorstehende Profitabilität. Schafft UBER sein Versprechen zu halten, sehe ich den Kurs zum Jahresende bei über USD 60: Die Wall Street liebt solche Stories! Bei einem Turbo (WKN VE5M7Z, Kurs EUR 0.87) haben wir in einem solchen Szenario unseren Einsatz dank 4er Hebels verdreifacht: Ab in unser Musterdepot!

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